Das zweite Gebot …

… „Du sollst verstehen, wie das System in der Realität benutzt wird“.

„Trash in trash out“ sagt man im Angelsächsischen. Führt man sich das Prinzip, wie man Performance beeinflussen kann nochmals vor Augen, so wie ich es in dem Artikel „Kaufe Zeit für Zeit“ (https://performanceblog.org/?p=88) beschrieben habe, dann wird schnell klar, dass die Anforderung das zentrale Kriterium für die Wahl der Mittel oder Entscheidungen ist, die man treffen kann um Performance zu verbessern.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Performancetest nur dann sinnvoll gemacht werden kann, wenn man diese Anforderungen entsprechend zentral beachtet.
Neben der Anforderung der Performance (wie schnell soll oder muß etwas sein?) spielt in der Regel auch die Anforderung nach der Menge eine wesentliche Rolle, denn zwischen diesen beiden gibt es eine Wechselwirkung, wie ich es in dem Artikel „Das Performanceprinzip (https://performanceblog.org/?p=44) beschrieben habe.
In der perfekten Welt findet der Lasttester bereits zweifelsfrei formulierte nicht-funktionale Anforderungen vor, die sowohl die beidenen Dimensionen als auch deren Beziehung oder eventuelle weitere Randbedingungen beschreibt. Leider ist die Welt nicht Perfekt und so muss der Lasttester eventuelle Lücken sinnvoll und transparent füllen. Damit dieses möglich ist, ist genau das notwendig, was der Gegenstand dieses Gebotes ist. Man muss wissen wie das zu testende System benutzt wird bzw. benutzt werden wird.
Testet man daran vorbei, ist die Wahrscheinlichkeit aus den Ergebnissen des Lasttestes die falschen Schlüsse zu ziehen sehr hoch. Dies bedeutet in dem einen Extrem, dass diese Ergbnisse wertlos sind und damit auch der Aufwand und die Kosten für den Lasttest verschenkt wurden oder in dem anderen Extrem, dass diese zusätzliche Kosten für Optimierungen verursachen, welche dann wiederum bestenfalls unnötig waren und schlechtestenfalls die tatsächlich kritischen Bottlenecks übersehen hat.
Beides darf nicht passieren und es passiert auch nicht, wenn der Lasttester verstanden hat, wie das zu testende System benutzt wird.

Gute Quellen für ein solches Bild sind zum einen diejenigen, die Zugang zu den technischen Statistiken des Systems haben, falls es sich bereits in Produktion befindet. Aber auch diejenigen, die erklären können, wer warum, wann und wie das System nutzt oder zumindest nutzen soll(te)..
Insbesondere bei Systemen, die komplett neu sind oder bei denen sich die Business-Prozesse radikal ändern ist das Benutzersimulationsverfahren SiS von Simpleworks eine hervoragende Möglichkeit um auch zukünftiges Nutzungsverhalten zu prognostizieren.
Aber Egal wie man diesen erhebt der „Workload“ ist methodisch gesehen das Rückrad jedes Lasttests.

1 Gedanke zu “Das zweite Gebot …”

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