Das erste Gebot …

… „Du sollst wissen, wie Dein Testtool funktioniert“ lautet unser erstes Gebot (s. https://performanceblog.org/?p=69). Nun, das klingt glaube ich auf den ersten Blick relativ selbstverständlich. Leider ist es das in der Praxis oft nicht. „Schlechte Performance Tester“ sind mehr darum besorgt, ob sie Ihre Skripte „zum laufen bringen“, anstatt sich darüber Gedanken zu machen, ob die Tests, die sie ausführen, realistisch sind oder nicht. Und das ist sicher keine gute Voraussetzung.
Aber was heißt das im Falle von Lasttesttools? Eigentlich muss man dieses Gebot noch ein wenig präzisieren, die detaillierte Kenntnis des Tools oder gar der Unterschiede von einer Version zur anderen ist oftmals nicht so wichtig, wie das Verständnis  des Protokolls, welches man automatisiert. Denn eines haben alle Lasttesttools gemeinsam: Sie übernehmen einen Kommunikationspunkt und „sprechen“ mit einer oder mehreren Gegenstellen. Ein Lasttestscript bildet daher immer genau diese Kommunikation ab. Mal (je nach Tool und Protokoll) besser und mal weniger gut unterstützt. Daher ist es die beste Voraussetzung zu verstehen, wie diese Kommunikation im Detail funktioniert.
Darüber hinaus sollte der Lasttester auch die wichtigsten Konzepte eines Lasttesttools verstehen, wie zum Beispiel die (richtige) Verwendung von Think Times, dem Pacing, den Parametern etc.
Grundsätzlich unterscheiden kann man die Tools noch in die „großen“, welche im Grunde eierlegende Wollmilchsäue sind, mit denen man zumindest im Prinzip so gut wie alles Lasttesten kann, dass über eine Netzwerkverbindung kommuniziert. Die beiden verbliebenen Tools am Markt sind der HP-Loadrunner (https://en.wikipedia.org/wiki/HP_LoadRunner) und der Microfocus Silk Performer (https://en.wikipedia.org/wiki/Silk_Performer).
Auf der anderen Seite stehen Tools, die sich auf eine Art der Kommunikation spezialisiert haben (zumeist Web Protokolle) wie beispielsweise das Open Source Tool JMeter (https://de.wikipedia.org/wiki/Apache_JMeter) oder Neoload (https://en.wikipedia.org/wiki/NeoLoad) von der französischen Firma Neotys.
Die grundlegenden Konzepte eines Lasttools finden sich jedoch in allen diesen Tools, auch wenn die Namensgebung doch manchmal sehr unterschiedlich ist.
Kennt man jedoch zum einen diese Konzepte und versteht man die Grundlagen der Kommunikation, die man automatisieren möchte, so spielt die Kenntnis des jeweiligen Tools keine so große Rolle. Wohingegen die reine Kenntnis eines Tools aber das fehlende Verständnis der Kommunikation (des Protokolls) und der Tools Konzepte große Schwierigkeiten bereiten kann.

Allen, die jemanden suchen, der eine Lasttestaufgabe erfüllen soll, kann man nur raten: Achtet nicht so sehr darauf, ob ein Kandidat das Tool x in der Version y.z kennt, sondern ob er mit den Konzepten vertraut ist.

Um etwas gutes zu schaffen ist es sicherlich am wichtigsten genau zu wissen, was man tun/erreichen will. Aber nur wenn mein seine Werkzeuge (Tools) kennt, ist man auch dazu in der Lage den Plan umzusetzten.

1 Gedanke zu “Das erste Gebot …”

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